Читаем Ökonomisch-philosophischen Manuskripte [MEGA-2] полностью

Allerdings erhebt sich nun auf Nationalökonomischem Boden eine Controverse. Die eine Seite (Lauderdale, Malthus etc) empfiehlt den Luxus und verwünscht die Sparsamkeit; die andre (Say, Ricardo etc) empfiehlt die Sparsamkeit und verwünscht den Luxus. Aber jene gesteht, daß sie den Luxus will, um die Arbeit, d.h. die absolute Sparsamkeit zu produciren; die andre Seite gesteht, daß sie die Sparsamkeit empfiehlt um den Reichthum, d.h. den Luxus zu produciren. Die erstere Seite hat die romantische Einbildung, die Habsucht dürfe nicht allein die Consumtion d[es] Reichen bestimmen, und sie widerspricht ihren eignen Gesetzen, wenn sie die Verschwendung unmittelbar für ein Mittel der Bereicherung ausgiebt und von der andern Seite wird ihr daher sehr ernstlich und umständlich bewiesen, daß ich durch die Verschwendung meine Habe verringere und nicht vermehre; die andre Seite begeht die Heuchelei nicht zu gestehn, daß grade die Laune und der Einfall die Production bestimmt; sie vergißt die «verfeinerten Bedürfnisse», sie vergißt, daß ohne Consumtion nicht producirt würde; sie vergißt daß die Production durch die Concurrenz nur allseitiger, luxuriöser werden muß; sie vergißt, daß der Gebrauch ihr den Werth der Sache bestimmt und daß die Mode den Gebrauch bestimmt, sie wünscht nur «Nützliches» producirt zu sehn, aber sie vergißt, daß die Production von zu viel Nützlichem zu viel unnütze Population producirt. Beide Seiten vergessen, daß Verschwendung und Ersparung, || Luxus und Entblösung, Reichthum und Armuth = sind.

Und nicht nur deine unmittelbaren Sinne, wie Essen etc mußt du absparen, auch Theilnahme mit allgemeinen Interessen, Mitleiden, Vertrauen etc das alles mußt du dir ersparen, wenn du ökonomisch sein willst, wenn du nicht an Illusionen zu Grunde gehn willst.

Du mußt alles, was dein ist, feil, d.h. nützlich machen. Wenn ich den Nationalökonomen frage: Gehorche ich den ökonomischen Gesetzen, wenn ich aus der Preißgebung, Feilbietung meines Körpers an fremde Wollust Geld ziehe, (die Fabrikarbeiter in Frankreich nennen die Prostitution ihrer Frauen und Töchter die xte Arbeitsstunde, was wörtlich wahr ist) oder handle ich nicht nationalökonomisch, wenn ich meinen Freund an die Marokkaner verkaufe (und der unmittelbare Menschenverkauf als Handel der Conscribirten etc findet in allen Culturländern statt) so antwortet mir der Nationalökonom: meinen Gesetzen handelst du nicht zuwider; aber sieh’ dich um, was Base Moral und Base Religion sagt; meine nationalökonomische Moral und Religion hat nichts gegen dich einzuwenden, aber – Aber wem soll ich nun mehr glauben, der Nationalökonomie oder der Moral? – Die Moral der Nationalökonomie ist der Erwerb, die Arbeit und die Sparsamkeit, die Nüchternheit – aber die Nationalökonomie verspricht mir meine Bedürfnisse zu befriedigen. – Die Nationalökonomie der Moral ist der Reichthum an gutem Gewissen, an Tugend etc, aber wie kann ich tugendhaft sein, wenn ich nicht bin, wie ein gutes Gewissen haben, wenn ich nichts weiß? – Es ist dieß im Wesen der Entfremdung gegründet, daß jede Sphäre einen andern und entgegengesezten Maaßstab an mich legt, ein[en] andern die Moral, einen andern d[ie] Nationalökon[omie,] weil jede eine bestimmte Entfremdung d[es] Menschen ist und jede ||XVII| einen besondern Kreis der Entfremdeten Wesensthätigkeit fixirt; jede sich entfremdet zu der andern Entfremdung verhält. …So wirft Herr Michel Chevalier dem Ricardo vor, daß er von der Moral abstrahirt. Aber Ricardo läßt die Nationalökonomie ihre eigne Sprache sprechen. Wenn diese nicht moralisch spricht, so ist es nicht die Schuld von Ricardo. M. Ch. abstrahirt von der Nationalökonomie, so weit er moralisirt, aber er abstrahirt nothwendig und wirklich von der Moral, so weit er Nationalökonomie treibt. Die Beziehung d[es] Nationalökonomen auf die Moral, wenn sie anders nicht willkührlich, zufällig und daher unbegründet und unwissenschaftlich ist, wenn sie nicht zum Schein vorgemacht, sondern als wesentlich gemeint wird, kann doch nur die Beziehung der Nationalökonomischen Gesetze auf die Moral sein; wenn diese nicht oder vielmehr das Gegentheil stattfindet, was kann Ricardo dafür? Uebrigens ist auch der Gegensatz der Nationalökonomie und der Moral nur ein Schein und wie er ein Gegensatz ist, wieder kein Gegensatz. Die Nationalökonomie drückt nur in ihrer Weise die Moralischen Gesetze aus. —

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Thomas Sowell

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