Читаем Ökonomisch-philosophischen Manuskripte [MEGA-2] полностью

Die Beschäftigung mit dem Inhalt der alten Welt, die von dem Stoff befangne Entwicklung der modernen deutschen Kritik war so gewaltsam, daß ein völlig kritikloses Verhalten zur Methode des Kriticirens, und eine völlige Bewußtlosigkeit über die scheinbar formelle, aber wirklich wesentliche Frage statt fand, wie halten wir es nun mit der hegel’schen Dialektik? Die Bewußtlosigkeit über das Verhältniß der modernen Kritik zur hegel’schen Philosophie überhaupt und zur Dialektik namentlich war so groß, daß Kritiker wie Strauß und Bruno Bauer, der erstere vollständig, der zweite in seinen «Synoptikern» (wo er dem Strauß gegenüber das «Selbstbewußtsein» d[es] abstrakten Menschen an die Stelle der Substanz der «abstrakten Natur» stellt) und selbst noch im «entdeckten Christenthum» wenigstens der Potenz nach noch vollständig innerhalb der hegel’schen Logik befangen sind. So heißt es z.B. in dem entdeckten Christenthum: «Als ob nicht das Selbstbewußtsein, indem es die Welt, den Unterschied sezt, und in dem, was es hervorbringt, sich selbst hervorbringt, da es den Unterschied des Hervorgebrachten von ihm selbst wieder aufhebt, da es nur im Hervorbringen und in der Bewegung es selber ist – als ob es nicht in dieser Bewegung seinen Zweck hätte» etc oder: «Sie (die französischen Materialisten) haben noch nicht sehn können, daß die Bewegung des Universums erst als die Bewegung des Selbstbewußtseins wirklich für sich geworden und zur Einheit mit ihr selbst zusammengegangen ist», Ausdrücke, die auch nicht einmal in der Sprache einen Unterschied von der hegel’schen Auffassung zeigen, sondern sie vielmehr wörtlich wiederholen. |

|XII| Wie wenig während d[em] Akt der Kritik (Bauer, die Synoptiker) ein Bewußtsein vorhanden war über das Verhältniß zur Hegel’schen Dialektik, wie wenig dieses Bewußtsein auch nach dem Akt der stofflichen Kritik entstand, beweist Bauer, wenn er in seiner «guten Sache der Freiheit» die vorlaute Frage des Herrn Gruppe, «was nun mit der Logik» dadurch abweist, daß er ihn auf kommende Kritiker verweist.

Aber auch nun, nachdem Feuerbach – sowohl in seinen «Thesen» in den Anecdotis, als ausführlich in der «Philosophie der Zukunft» die alte Dialektik und Philosophie dem Keim nach umgeworfen hat – nachdem dagegen jene Kritik, welche diese That nicht zu vollbringen wußte, dagegen die That vollbrachte sich «als reine, entschiedne, absolute, mit sich ins Klare gekommne Kritik» auszurufen; nachdem sie in ihrem spiritualistischen Hochmuth die ganze geschichtliche Bewegung auf das Verhältniß der übrigen Welt – die ihr gegenüber unter die Categorie der «Masse» fällt – zu ihr selbst reducirt und alle dogmatischen Gegensätze in den einen dogmatischen Gegensatz ihrer eignen Klugheit und der Dummheit der Welt, des kritischen Christus und der Menschheit, als dem «Haufen», aufgelöst hat; nachdem sie ihre eigne Vortrefflichkeit täglich und stündlich an der Geistlosigkeit der Masse bewiesen hat, nachdem sie endlich das kritische jüngste Gericht unter der Gestalt verkündigt hat, daß der Tag herannahe, wo die ganze verfallende Menschheit ihr gegenüber sich schaaren werde, von ihr in Gruppen sondirt und jeder besondre Haufen sein testimonium paupertatis erhalten werde, nachdem sie ihre Erhabenheit über menschliche Empfindungen, wie über die Welt, über welche sie in erhabner Einsamkeit thronend nur von Zeit zu Zeit das Gelächter der olympischen Götter von ihren sarkastischen Lippen schallen läßt, hat drucken lassen – nach allen diesen ergötzlichen Gebahrungen des unter der Form der Kritik verscheidenden Idealismus (des Junghegelthums) hat er auch nicht einmal die Ahnung ausgesprochen, daß man sich nun kritisch mit seiner Mutter, der hegelschen Dialektik auseinanderzusetzen habe, ja selbst über kein kritisches Verhältniß zur Feuerbachischen Dialektik anzugeben gewußt. Ein völliges unkritisches Verhalten zu sich selbst. |

| Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältniß zur hegel’schen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Ueberwinder der alten Philosophie ist. Die Grösse der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F. sie der Welt giebt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältniß.

Feuerbachs grosse That ist: 1) der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; also ebenfalls zu verurtheilen ist; eine andre Form und Daseinsweise d[er] Entfremdung des menschlichen Wesens.

2) Die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältniß das «des Menschen zum Menschen» – ebenso zum Grundprincip der Theorie macht;

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Thomas Sowell

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