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Die entwickelte Auffassung vom Kommunismus definierte Marx 1844 wie folgt: «Der Communismus als positive Aufhebung des Privateigentums, als menschlicher Selbstentfremdung und darum als wirkliche Aneignung des menschlichen Wesens durch und für d[en] Menschen; darum als vollständige, bewußt und innerhalb des ganzen Reichthums der bisherigen Entwicklung gewordne Rückkehr des Menschen für sich als eines gesellschaftlichen, d.h. menschlichen Menschen.» (S. 263 und 389.) Für Marx war der Kommunismus «die Position als Negation der Negation, darum das wirkliche, für die nächste geschichtliche Entwicklung nothwendige Moment der menschlichen Emancipation und Wiedergewinnung. Der Communismus ist die nothwendige Gestalt und das Energische Princip der nächsten Zukunft, aber der Communismus ist nicht als solcher das Ziel der menschlichen Entwicklung, – die Gestalt der menschlichen Gesellschaft.» (S. 275 und 398/399.)

Der Kommunismus, so formulierte Marx 1844, ist der Prozeß der positiven Aufhebung des Privateigentums, als solcher kein einmaliger Akt, sondern «eine wirkliche communistische Aktion», die «in der Wirklichkeit einen sehr rauhen und weitläufigen Proceß durchmachen» wird (S. 289 und 425). In diesem Prozeß vollzieht sich die Aneignung des menschlichen Wesens, die erstens vom Privateigentum aus beginnt und zweitens bis zur Vollendung dieser Bewegung durch die Negation oder die Aufhebung des Privateigentums vermittelt ist, «eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, …nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende… Position» ist (S. 277 und 401).

Positive Aufhebung des Privateigentums war für Marx Negation der Negation als dialektisch-materialistisches Entwicklungsgesetz. Es bedeutete Ausschließung des negativen Wesens des Privateigentums sowie Aufbewahrung der positiven Elemente, deren Aufhebung in einer qualitativ höheren Stufe. In der Bewegung des Privateigentums, in dem vom Privateigentum produzierten materiellen und geistigen Reichtum sowie Elend findet die werdende Gesellschaft alles Material vor. Marx betonte, daß «die Geschichte der Industrie und das gewordne gegenständliche Dasein der Industrie das aufgeschlagne Buch der menschlichen Wesenskräfte» ist (S. 271 und 395). Im Prinzip ging es ihm darum, daß die vom Privateigentum erzeugten Produktivkräfte in die neue Gesellschaft übernommen und dort qualitativ weiterentwickelt werden. Das wollte er mit dem Begriff «positive Aufhebung» zum Ausdruck bringen.

Kommunismus war demzufolge für Marx eine historische Etappe in der menschlichen Entwicklung, in der sich die Aufhebung des Privateigentums als gesellschaftliches Verhältnis vollziehen wird. Die Entwicklung beginnt beim Privateigentum, dessen positive Elemente bewahrt und aufgehoben werden sollen. Gerade deshalb, so schlußfolgerte Marx bereits 1844, wird dieser weitläufige Prozeß der Aufhebung mit Elementen des Privateigentums behaftet und vermittelt sein. Die Vermittlung ist notwendige Voraussetzung, aber erst ohne sie, erst mit Vollendung des Prozesses der Aufhebung des Privateigentums erhält die menschliche Gesellschaft ihre wahre Gestalt, indem sie beginnt, sich von sich aus, auf ihrer eigenen Grundlage zu entwickeln. Mit Abschluß dieses Prozesses hat der Kommunismus seine historische Aufgabe erfüllt, die menschliche Gesellschaft beginnt, sich auf einer eigenen Grundlage, dem «wahrhaft menschlichen und socialen Eigenthum» (S. 245 und 374) zu entwickeln. Diese neue Gestalt der Gesellschaft ist das eigentliche Ziel der menschlichen Entwicklung. Sie ist in bezug auf das wirkliche Leben nicht mehr durch den Prozeß der Aufhebung des Privateigentums und in bezug auf das theoretische Dasein nicht mehr durch den Prozeß der Aufhebung des religiösen Bewußtseins vermittelt. Marx bezeichnete sie als Sozialismus oder positiven Humanismus.

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Thomas Sowell

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