Читаем Ökonomisch-philosophischen Manuskripte [MEGA-2] полностью

Marx akzeptierte Feuerbachs Kritik, daß Hegel vom abstrakt Allgemeinen, vom abstrakten Denken ausgeht, dieses Allgemeine aufhebt und das Wirkliche, Sinnliche, Reale, Endliche setzt und schließlich dieses Wirkliche in der Entwicklung des Geistes bis zum absoluten Wissen wieder zurücknimmt. Dieser Produktionsgeschichte des abstrakt Allgemeinen, die für Hegel das absolut Positive, das Bestimmende war, stellten Feuerbach und Marx die Wirklichkeit, das Sinnlich-Gewisse oder Sinnlich-Wirkliche als das Primäre entgegen. Feuerbach jedoch faßte diese Entwicklung des abstrakten Denkens, die Hegelsche Negation der Negation nur als die in Gedanken ausgedrückte Religion, nur als Widerspruch innerhalb der Philosophie. Marx dagegen erkannte darin den rationellen Gehalt der Hegelschen Dialektik. Die Negation der Negation ist der Akt der Erzeugung und Entäußerung sowie die Aufhebung oder Zurücknahme der Entäußerung. Hegel habe damit den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck der Entstehungsgeschichte der Menschheit gefunden. Diese Erklärung von Marx beruht in erster Linie auf der theoretischen Verallgemeinerung der ökonomischen Studien.

Marx verhielt sich von Anbeginn seiner weltanschaulichen Entwicklung gegenüber der Hegelschen Geschichtsdialektik aufgeschlossen und aufnahmebereit. Das tiefe Verständnis für Hegels historischen Sinn ließ ihn 1841/1842 nicht zum begeisterten, unkritischen Feuerbachianer werden. Es befähigte ihn 1843, in die materialistische Hegelkritik Elemente der Hegelschen Dialektik aufzunehmen, was Feuerbach nicht gelang. Mit dem Studium der Ökonomie wurde Marx’ Kritik an Feuerbachs Verhältnis zur Hegelschen Dialektik weitaus präziser. Die Grundlage dafür war das Eindringen in die sozialökonomische Struktur der bürgerlichen Gesellschaft, mit der sich Feuerbach nie gründlich beschäftigt hatte.

In den «Ökonomisch-philosophischen Manuskripten» konnte Marx einen wesentlichen Mangel der Feuerbachschen Philosophie noch nicht erkennen. Marx bezeichnete Feuerbachs Humanismus als «wahren Materialismus», weil dieser das gesellschaftliche Verhältnis des Menschen zum Menschen zum Grundprinzip der Theorie gemacht habe. An Feuerbach selbst schrieb er: «Sie haben – ich weiß nicht, ob absichtlich – in diesen Schriften dem Socialismus eine philosophische Grundlage gegeben, und die Communisten haben diese Arbeiten auch sogleich in dieser Weise verstanden. Die Einheit d. Menschen mit d. Menschen, die auf dem realen Unterschied der Menschen begründet ist, der Begriff der Menschengattung aus dem Himmel der Abstraktion auf die wirkliche Erde herabgezogen, was ist er anders als der Begriff der Gesellschaft?» (Marx an Ludwig Feuerbach, 11. August 1844. In: MEGA2 III/1. S.63.)

Erst in den «Thesen über Feuerbach» konnte Marx das Wesen des Feuerbachschen Materialismus richtig einschätzen. Mit der Ausarbeitung der materialistischen Geschichtsauffassung wurde klar, daß die materialistische Hegelkritik und die Begründung des philosophischen Materialismus das große Verdienst Feuerbachs waren. Zugleich bewies Marx, daß Feuerbach den Menschen statt den wirklichen historischen Menschen setzt, daß Feuerbach die Gesellschaft als Verhältnis des Menschen zum Menschen betrachtet und nicht als konkret-historische, sozialökonomische Beziehungen der Menschen untersucht. Marx und Engels formulierten das Wesen des Feuerbachschen Materialismus wie folgt: «Soweit Feuerbach Materialist ist, kommt die Geschichte bei ihm nicht vor, und soweit er die Geschichte in Betracht zieht ist er kein Materialist.» (Karl Marx, Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie. Band I. Kapitel I: Feuerbach. S. 10.)

Die positive Seite der Hegelschen Dialektik demonstrierte Marx in den «Ökonomisch-philosophischen Manuskripten» an Hand der «Phänomenologie des Geistes», an Hand des stufenweisen Prozesses der Zurücknahme der Wirklichkeit in das absolute Wissen. Hegel faßte die Selbsterzeugung des Menschen als Prozeß, er erfaßte das Wesen der Arbeit als Vergegenständlichung der Wesenskräfte des Menschen und den Menschen als das Resultat der eigenen Arbeit. Bei Hegel werden die Gattungskräfte des Menschen nur durch das Gesamtwirken der Menschen, als Resultat der ganzen Menschheitsgeschichte realisiert.

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Thomas Sowell

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